Vollständige Version anzeigen : Calcium + Vitamin D
:124: Ihr Lieben,
Professor Hanefeld hat mir heute noch mal eindringlich angeraten, unsere Kinder mit Calcium plus Vitamin D zu versorgen.
Vitamin D sei das einzige Vitamin, das er überhaupt als Nahrungsergänzung empfehlen würde.
Jenni isst gerne Käse und trinkt auch mal einen Becher Milch, was an sich ja schon viel Calcium beinhaltet. Er hat 500 mg Calcium plus Vitamin D angeraten (z.B. von ABTEI) (Jenni ist fast 22, 51 kg)
Bitte sprecht mit dem behandeln Arzt und lasst Euch entsprechend beraten, einen erhöhten Bedarf hatte ja auch Jane Lane erwähnt ...
Dr. Freilinger - der Rett-Spezialist in Wien hat uns beim letzten Elterntreffen auch darauf hingewiesen - ich kopier euch mal einen Bericht von OA Dr. Freilinger aus dem letzten Rundbrief der Österr. Rett-SHG heraus:
Zitat Anfang RUNDBRIEF 2/2011 der ÖRSG
Eine amerikanische Studie deckt auf: Vitamin D-Mangel häufig bei Mädchen und Frauen mit Rett-Syndrom.
Vitamin D (auch Cholecalciferol) kommt in der Nahrung im Wesentlichen in fettreichen Fischen vor. Es kann auch im menschlichen Körper mit Hilfe von ultraviolettem Licht (UV-B) in der Haut aus 7-Dehydrochol-esterol gebildet werden.
Vitamin D spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Kalziums im Blut und beim Knochenaufbau. Ein Mangel an Vitamin D führt mit der Zeit bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie (lt.Wikipedia.de = schmerzhafte Knochenerweichung, mit Knochenbruchgefahr - Anm. d. Red.).
Bereits länger kennt man viele andere Funktionen des Vitamin-D-Systems, zB bei der Zelldifferenzierung, der Modulation immunologischer Vorgänge und Kontrolle anderer hormonaler Systeme.
Aktuell wird gerade sehr intensiv die Unterversorgung Vitamin D als Risikofaktor für vielfältige Erkrankungen untersucht und diskutiert, so zB auch bei Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose.
In einer amerikanischen Untersuchung wurde die Häufigkeit von Vitamin D-Mangel bei Mädchen und Frauen mit Rett-Syndrom untersucht. Dazu wurde der ein möglicher Zusammenhang mit diätetischen Zusatznahrungen und den eingenommenen Antiepileptika (bestimmte können einen Mangel begünstigen) näher angeschaut.
Dazu wurden Krankengeschichten und Ambulanzmappen von 284 Patientinnen durchgeschaut und folgende Werte & Fakten erhoben: Vitamin D 25-(OH)D) im Blut, der Wert des Hormons PTH (Parathormon) im Blut, Ernährungsstaus, diätetische Zusatzstoffe, Anti-epileptika, das Ausmaß der Mobilität und die genetische Information (MeCP2 Status).
20% der Patientinnen hatten einen Vitamin-D-Spiegel von <50 nmol/L, 40% nahmen regelmäßig Multivitamin-Präpa-rate ein, 52% bekamen Vitamin-D angereicherte Milch und 54% kommerzielle Milchnahrung.
57% nahmen Anti-epileptika und 39% konnten zum Zeitpunkt der Studie frei gehen. Die durchschnittlichen Vitamin-D-Werte waren bei Patientinnen, die keine Multivitaminpräparate oder Milchnahrung bekamen, niedriger. Die anderen Faktoren – Ernährungsstatus, Antiepileptika, Ausmaß der Mobilität und genetische Veränderung waren für den Vitamin-D-Wert nicht maßgeblich.
Zusammenfassend findet sich ein hoher Prozentsatz an Rett-Patientinnen mit Vitamin-Mangel.
Da Mädchen und Frauen mit Rett-Syndrom ja aufgrund der eingeschränkten Mobilität und der erschwerten Ernährungssituation zur Risikogruppe zählen, sollte besonders auf eine adäquate Vitamin-D-Zufuhr (über die Nahrung oder Zusätze) geachtet werden. Dies auch im Hinblick auf die größere Gefahr von Knochenbrüchen.
Siehe auch dazu die aktuellen Empfehlungen (siehe folgende Seite).
Literatur:
Vitamin D-deficiency is prevalent in girls and women with Rett-Syndrome. Motil KJ et al. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2011 Nov;53(5):569-74.
OA Dr. M. Freilinger
Vitamin D-Zufuhr - aktuelle Empfehlungen
Kurzfassung der Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Endokrinologie (=APE) Monatsschr. Kinderheilkd. 2011 •159:766–774
Aufgrund der in Deutschland nach dem Säuglingsalter insgesamt unzureichen¬den Vitamin-D-Versorgung, der relativ niedrigen UV-Exposition, den zahlreichen Hinweisen auf gesundheitlich relevante Vorteile eines verbesserten Vitamin-D-Status und der Risikoarmut einer moderater Supplementierung mit Vitamin D folgert die Ernährungskommission:
Eine Vitamin D (25-OH-Vitamin-D)-Serumkon¬zentration <20 ng/ml (<50 nmol/l) ist als Vitamin-D-Mangel anzusehen.
Besonderes Augenmerk ist auf Risikogruppen vegetarisch ernährte Kinder, Migranten, Personen mit limitierter Sonnenlichtexposition, und chronisch Kranke zu legen. Für diese Kinder und Jugendlichen sollten jährliche Bestimmungen von 25-OH-Vitamin D im Serum erwogen werden. Für diese Risikogruppen ist bereits bei Serumkonzentrationen von <30 ng/ml (<75 nmol/l) eine erhöhte tägliche Substitution zur Prävention eines Vitamin-D-Mangels sinn¬voll.
Medizinische Untersuchungen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchun-gen sind eine Möglichkeit, den Vitamin-D-Status bei Risikogruppen, v. a. bei Kindern mit limitierter Exposition zum Sonnenlicht aufgrund des kulturellen Hintergrunds oder Behinderungen, zu erfassen und daraufhin Maßnahmen zu ergreifen.
OA Dr. M. Freilinger "
Zitat Ende RUNDBRIEF 2/2011 der ÖRSG
Hallo!
Also, Johanna erhält seit ca. 2 Jahren Magnesium und Folsäure auf Anraten unserer Entwicklungsneurologin. Sie hat lt. einer unveröffentlichten Studie herausgefunden, dass dies bei unseren Rett-Mädchen oft zu wenig ist und sich dadurch evtl. Epilepsie vermindern oder verhindern könnte.
Da diese Medies für Johanna nicht schaden geben wir diese Medies gerne.
Wenn´s hilft ist gut, wenn nicht schadet´s auch nicht.:z01
Lg. Petra
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