Judith
21.07.2005, 18:41
Grüße Euch,
wir haben über den Jahreswechsel eine merk-würdige Geschichte erlebt, die mir bei genauerer Betrachtung eher logisch, denn seltsam erscheint. Aber nun der Reihe nach:
Meine 17jährige Tochter beschloss im November letzten Jahres von heute auf morgen, ein anfallsfreies Leben zu führen. Bis dahin hatte sie im Schnitt alle 8 bis 14 Tage einen mehr oder minder heftigen Anfall - Dauer etwa 2 bis 3 Minuten. Lediglich in den Weihnachtsferien rutschte noch einer dazwischen, dann war wieder Ruhe. So etwa zwei Wochen vor Ostern erzählten mir die Betreuer/-innen ihrer Wohngruppe, sie fühle sie sich deutlich unwohl, halte sehr oft die Luft an und würde jammern. In den Osterferien zuhause beruhige sie sich wieder etwas, aber es schien mir immer, als sei sie überreizt, sie wirkte wie geladen. Nach den Osterferien begann der Zauber von neuem: Häufiges Luftanhalten, jammern und kaum noch eine lachende junge Frau. Wir überlegten, ob sie irgendetwas stören könnte, ob irgendjemand Neues in ihrem Umfeld war, der ihr die Luft nahm, ob Veränderungen vorlagen, mit denen sie nicht klar kam. Von alldem traf nichts zu - zumindest nichts, was uns die Sache erklären konnte. Auffällig war, dass das Ganze irgendwie mit der Ess-Situation zusammenhängen musste. Da wirkte sie nervös und unruhig. Sie bekam Magentröpfen und fühlte sich dadurch deutlich wohler. Und dann kams: Sie hatte wieder einen Anfall. Und noch einen ... bis sich das Ganze wieder auf den gewohnten Rhythmus vor November einpendelte. Und von da an war sie wieder die Alte - lachend, wach, pfiffig, mit leuchtenden Augen und Spaß am Leben - kein bisschen überreizt und unruhig.
Worin wir uns mittlerweile einig sind: Sie braucht wohl immer wieder dieses Ventil, um Druck ablassen zu können und es geht ihr offensichtlich gut damit, wenn sie das auf diese Weise schafft. Glücklickerweise sind ihre Anfälle nicht so heftig, dass sie sie beeinträchtigen oder schädigend wären, es besteht nur selten Bedarf, mit Medikamenten einzugreifen - ein Schläfchen und Ruhe danach reichen oft.
Vor Kurzem erzählte mir nun ihr Betreuer, dass es ihrem Mitbewohner ähnlich ging - es ist also wohl keine rettspezifische Angelegenheit. Und wenn ich mir überlege, wie es mir ginge, wenn ich in ihrer Situation wäre - kann ich ihr Verhalten gut nachvollziehen und es - soweit es mir möglich ist - verstehen.
wir haben über den Jahreswechsel eine merk-würdige Geschichte erlebt, die mir bei genauerer Betrachtung eher logisch, denn seltsam erscheint. Aber nun der Reihe nach:
Meine 17jährige Tochter beschloss im November letzten Jahres von heute auf morgen, ein anfallsfreies Leben zu führen. Bis dahin hatte sie im Schnitt alle 8 bis 14 Tage einen mehr oder minder heftigen Anfall - Dauer etwa 2 bis 3 Minuten. Lediglich in den Weihnachtsferien rutschte noch einer dazwischen, dann war wieder Ruhe. So etwa zwei Wochen vor Ostern erzählten mir die Betreuer/-innen ihrer Wohngruppe, sie fühle sie sich deutlich unwohl, halte sehr oft die Luft an und würde jammern. In den Osterferien zuhause beruhige sie sich wieder etwas, aber es schien mir immer, als sei sie überreizt, sie wirkte wie geladen. Nach den Osterferien begann der Zauber von neuem: Häufiges Luftanhalten, jammern und kaum noch eine lachende junge Frau. Wir überlegten, ob sie irgendetwas stören könnte, ob irgendjemand Neues in ihrem Umfeld war, der ihr die Luft nahm, ob Veränderungen vorlagen, mit denen sie nicht klar kam. Von alldem traf nichts zu - zumindest nichts, was uns die Sache erklären konnte. Auffällig war, dass das Ganze irgendwie mit der Ess-Situation zusammenhängen musste. Da wirkte sie nervös und unruhig. Sie bekam Magentröpfen und fühlte sich dadurch deutlich wohler. Und dann kams: Sie hatte wieder einen Anfall. Und noch einen ... bis sich das Ganze wieder auf den gewohnten Rhythmus vor November einpendelte. Und von da an war sie wieder die Alte - lachend, wach, pfiffig, mit leuchtenden Augen und Spaß am Leben - kein bisschen überreizt und unruhig.
Worin wir uns mittlerweile einig sind: Sie braucht wohl immer wieder dieses Ventil, um Druck ablassen zu können und es geht ihr offensichtlich gut damit, wenn sie das auf diese Weise schafft. Glücklickerweise sind ihre Anfälle nicht so heftig, dass sie sie beeinträchtigen oder schädigend wären, es besteht nur selten Bedarf, mit Medikamenten einzugreifen - ein Schläfchen und Ruhe danach reichen oft.
Vor Kurzem erzählte mir nun ihr Betreuer, dass es ihrem Mitbewohner ähnlich ging - es ist also wohl keine rettspezifische Angelegenheit. Und wenn ich mir überlege, wie es mir ginge, wenn ich in ihrer Situation wäre - kann ich ihr Verhalten gut nachvollziehen und es - soweit es mir möglich ist - verstehen.