• Wir, die Deutsche Rett-Syndrom Gemeinschaft, rufen erneut zu einer Spende für die Familien mit Rett-Kindern in der Ukraine auf!
    Bitte schaut auf unsere Webseite und lest Euch unsere Gründe für diesen Spendenaufruf durch. Wir haben mit der letzten Aktion sehr viel erreicht, doch die über 60 uns bekannten Familien müssen auch durch den Winter kommen. Deshalb sind wir wieder auf Eure Hilfe angewiesen! Bitte unterstützt uns bei unserer Hilfe.
    Ich wünsche Euch eine schöne Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest.
    Viele Grüße
    Ulli Dieckmann

neue Umgebung / Umzug

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Geschrieben von Inge mit Annika am 11. April 2002 18:31:47:

Hallo,
da wir gerade am Umziehen in unser "neues" Haus sind,
interessiert es mich, wie andere Rett-Mädchen auf einen
Umzug reagiert haben.
Habt Ihr irgendwelche Tipps oder "Warnungen" für uns?
Schon jetzt vielen Dank!
Viele Grüße von Inge und Annika (*83/RS)
 

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Geschrieben von Konrad Schatzig am 12. April 2002 20:49:14:

Als Antwort auf: neue Umgebung / Umzug geschrieben von Inge mit Annika am 11. April 2002 18:31:47:

Hallo Inge!
Wir drei, Irma, Konrad und Laura-Maria (RS *9/94), siedelten vor ca. drei Jahre im selben Ort, aber in ein weit entferntes Viertel, mit dörflichem Charakter um. Genauso wie Du, machten auch wir uns Gedanken darüber, wie wir diesen Orts- und Lebensraumwechsel für unsere Tochter annehmbar machen könnten.

Wir begannen damit, dass wir Laura-Maria immer öfter vor Fertigstellung des Hauses, mitnahmen. Wir sprachen darüber, dass das unser neues Heim sein wird, erklärten ihr auch unsere Vision eines schönen Gartens mit vielen Kräutern, Blumen, besonders Rosen, Bäumen und blühenden Sträuchern. Laura-Maria konnte sich ihren Raum als Kinderzimmer selbst aussuchen (es gibt im selben Stockwerk zwei gleich große Räume)und sie ging sehr zielstrebig in den Raum, der jetzt ihr Zimmer ist. Ab diesem Zeitpunkt sagten wir ihr immer wieder, dass das ihr eigenes Zimmer ist. Sie reagierte damals sehr fröhlich darauf und ist auch heute noch sehr gerne in ihrem Zimmer. Sie schläft auch im Dunkeln ohne Angst ein und fürchtet sich nicht, wenn sie einmal nachts aufwacht.

Für uns war es sehr wichtig, dass sich unsere Tochter so an die neue Wohngegend und an das neue Haus und unseren neuen Lebensraum gewöhnen konnte. Wir bauten dieses Hauses nicht, sondern mieteten es. Vor Fertigstellung konnten wir jedoch einiges, unseren Vorstellungen gemäß, fertigstellen. Dadurch ergaben sich auch die ersten nachbarlichen Kontakte und somit auch die Fragen nach der Erkrankung unserer Tochter. Wir beantworteten und erklärten es ihnen, dadurch wurde Laura-Maria liebevoll angenommen.

Für die Übersiedlungstage, bot sich eine junge Verwandte freiwillig zu Laura-Marias Betreuung an. Es ist das eine junge Frau die unsere Tochter kennt und leibevoll auf sie eingehen kann. Wir wussten, dass Laura-Maria in guten Händen ist und konnten uns so auf die Übersiedlung konzentrieren.

Alles ging gut, alles blieb heil. Heute haben wir ein helles, duftendes und gemütliches Zuhause und unser Garten ist fast ein Paradies. Wir und unser Kind genießen das Wohnen.

Ich wünsche Euch "Gutes Gelingen", viel Freude, Glück und Muskelschmalz.

Liebe Grüße
Konrad (*44), mit Irma (*52) und Laura-Maria (RS,*9/94)
 

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Geschrieben von Gisela Reinartz am 11. April 2002 19:49:20:

Als Antwort auf: neue Umgebung / Umzug geschrieben von Inge mit Annika am 11. April 2002 18:31:47:

Hallo Inge und Annika,
wir sind schon beinahe Umzugsprofis. In ihren 11 Lebensjahren ist Silvia jetzt schon 3x umgezogen. Ich habe festgestellt, daß sie vom Charakter jemand ist, der alles mitmacht uns Spaß an Neuem hat. Für ihr körperliches Wohlsein müssen aber einige "autistische" Rituale eingehalten werden.
Zur Zeit ist Silvia sehr stolz auf ihr neues Zimmer, obwohl es noch nicht renoviert ist und der Garten ist für sie das paradies. Da kann sie stundenlang Moos rupfen...
Wenn Du konkrete Fragen hast, melde Dich einfach
Gisela Reinartz mit Silvia RS 91
 

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Geschrieben von Heike am 11. April 2002 19:29:27:

Als Antwort auf: neue Umgebung / Umzug geschrieben von Inge mit Annika am 11. April 2002 18:31:47:

Hallo Inge und Annika,
wir sind vor fast 7 Jahren umgezogen und zwar aus einer Mietwohnung in der zweiten Etage in ein Miethaus mit Garten.
Verena war zu diesem Zeitpunkt gerade 5 Jahre alt geworden.
Während der Renovierungsarbeiten in der neuen Wohnung haben wir sie fast immer mitgenommen und ihr erzählt, dass wir demnächst hierher ziehen. Wir haben ihr dann auch den Raum gezeigt, der ihr Zimmer werden würde. (Herrlicher Ausblick in den Garten).
Da wir zum Glück "nur" in die Nachbarstadt gezogen sind, bestand die Möglichkeit, dass Verena nicht aus dem ihr vertrauten Kindergarten herausgerissen werden mußte. Außerhalb des Kindergartens hatte sie eh niemanden zum spielen.
Als wir dann in Gelsenkirchen eingezogen sind, stellten wir ganz schnell fest, dass es viele Kinder in Verenas Alter (oder auch jünger) in der Siedlung gab, denn es war eine Neubausiedlung, in der wir Nachbarn fast alle zum gleichen Zeitpunkt eingezogen sind, der eine halt eine Woche früher, der andere eine Woche später. Das war im Oktober.
Im Herbst und Winter tat sich noch nicht allzu viel mit Nachbarschaft, doch schon im Frühjahr ging es darum, die Gärten zu gestalten. Und Männer tun sich da doch etwas leichter mit der Kontaktaufnahme untereinander. Lange Rede- kurzer Sinn. Heute sind wir alle untereinander nicht nur Nachbarn, sondern beste Freunde geworden. Verena ist voll integriert, und wehe ein "fremdes Kind" wagt sich, etwas gegen Verena zu sagen, gehen ihre Freundinnen aber auf diese fremden Kinder los und erklären mit kindgerechten Worten, warum Verena anders ist.
Verena genießt es, im Sommer ist unser Garten ständig voller Kinder.

Ich hoffe, Euch wird es demnächst ebenso gut gehen. Für Euren Umzug wünsche ich Euch jedenfalls ganz viel Kraft; Ihr werdet sie sicherlich brauchen.

Tschau
Heike und Verena *90/RS
 
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